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  • Synthetischer Aktienindex zwischen Fair Value und Market Value

    (Düsseldorf, 14.06.2010) Die folgende Grafik stellt den Chart des S&P 500 Aktienindex (Index-Daten vor 1926 stammen vom Cowles-Lehrstuhl der Universität Yale) seinem fundamentalen Fair Value gegenüber. Die schwarze Linie stellt den Chart des S&P 500 dar, die weiße Linie steht für den fundamentalen Fair Value. Fair Value, das bedeutet wohl für jeden Analysten etwas anderes. Hier handelt es sich um eine denkbar einfache kumulative Unternehmensbewertung der im S&P 500 zusammengefassten Unternehmen. Zuweilen weicht der Kurs des S&P 500 stark von diesem sogenannten fundamentalen Fair Value ab, was vielleicht wegen der logarithmischen Darstellung des Langfristcharts nicht sofort offenbar wird. Fair Value und Market Value (also Kurs des S&P 500) korrelieren zwar sehr stark (Korrelationskoeffizient 0,929), sind aber meistens nicht identisch. Entweder ist der Market Value übertrieben hoch oder aber viel niedriger als der fundamentale Fair Value. Abweichungen von mehr als 40 Prozent sind eher Regel denn Ausnahme. Weiter nach der Grafik...



    Der synthetische Aktienindex (Abbildung rechts, gelbe Linie) verringert diese Abweichungen. In seine Konstruktion fließen neben dem fundamentalen Fair Value auch spezielle markttechnische Faktoren (nicht charttechnische, kein einziger Aktienkurs wird benötigt!) mit ein. Diese Faktoren scheinen es manchmal zu erschweren oder gar verhindern, daß der Kurs des S&P 500 - beispielsweise trotz allgemeiner Erkenntnis einer fundamentalen Unterbewertung - steigt. Und umgekehrt. Ganz falsch kann diese Berechnungsmethode des synthetischen Aktienindex nicht sein: Im Vergleichszeitraum korreliert der synthetische Aktienindex sogar noch stärker mit dem S&P 500 als der fundamentale Fair Value, der Korrelationskoeffizient liegt bei 0,948. Auch Abweichungen von 40 Prozent sind nun wirklich die absolute Ausnahme. Die Abbildung rechts zeigt dies ganz klar. Die gelbe Linie, die den synthetischen Aktienindex repräsentiert, liegt deutlich enger am Chart des S&P 500 (schwarze Linie), als der fundamentale Fair Value (weiße Linie). Die größte Abweichung enstand in der extremen Aktieneuphorie der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, in welcher der Market Value kaum noch eine rationale Grundlage hatte. Wie Sie sehen, enden die gelbe und die weiße Linie einige Monate vor der schwarzen Linie des S&P 500. Aktuellere Darstellungen werden von Zeit zu Zeit im Boersenreflex.de Aktienbrief publiziert.